Der Tag beginnt früh – und laut. Bereits um 06:00 bin ich wach, draußen tobt der Sturm bereits ordentlich. Gegen 06:30 wird auch Catrin wach. Wir bleiben noch etwas im Bett liegen, bis ich gegen 07:00 das Licht einschalten will – beziehungsweise es versuche. Schnell wird klar: Wir haben einen teilweisen Stromausfall. WLAN funktioniert erstaunlicherweise noch, der Rest dagegen nicht mehr.
Um 08:15 gehen wir trotzdem zum Frühstück ins Café des Hotels. Dort läuft noch alles halbwegs normal, aber zurück im Zimmer gegen 09:00 hat sich nichts geändert – weiterhin kein Strom.
Der Vormittag besteht deshalb hauptsächlich aus Warten. Bett, Couch auf der Terrasse, wieder Bett. Draußen peitscht der Regen gegen die Fenster.
Gegen 11:45 gibt es eine kurze Regenpause, und wir wagen uns nach draußen. Die Stimmung im Ort wirkt fast gespenstisch – so gut wie alle Läden haben geschlossen.
Weil es gerade trocken ist, komme ich auf die Idee, zum Ozean zu laufen. Nur etwa neun Minuten entfernt. Natürlich beginnt es genau dann wieder zu regnen.






Glücklicherweise hat das Restaurant “the Lookout” geöffnet. Wir flüchten hinein, suchen Schutz und essen dort etwas.
Um 14:10 sind wir zurück im Hotel, nach einem kurzen Zwischenstopp beim SPAR. Inzwischen hat sich die Situation weiter verschlechtert: Nicht nur der Strom fehlt größtenteils, mittlerweile funktioniert auch das Wasser nicht mehr.

Vor dem Hotel treffen wir andere Gäste – alle mit denselben Problemen. Lustigerweise sind alle drei Gruppen deutschsprachig, trotzdem unterhalten wir uns die ganze Zeit auf Englisch. Irgendwie automatisch.
Um 15:15 bringt uns Evans vom Hotel zusätzliche Handtücher sowie eine Kerze mit Feuerzeug vorbei. Gleichzeitig erfahren wir, dass Strom und Wasser auf unbestimmte Zeit ausfallen könnten. Das Hotel spricht bereits mit anderen Unterkünften, falls Gäste umquartiert werden müssen.

Um 15:30 gehen wir nochmal los. Wir kaufen vorsichtshalber fünf Liter Wasser und organisieren etwas fürs Abendessen. Danach stranden wir wetterbedingt erneut bei Kaffee und Getränken – ich mit einem Cappuccino, Catrin mit einem Smoothie – weil draußen inzwischen wieder Starkregen runterkommt.


Dann plötzlich um 17:45: Das Licht funktioniert wieder. Allerdings nur teilweise. Steckdosen bleiben weiterhin ohne Strom, der Kühlschrank hat inzwischen komplett aufgegeben und ist abgetaut.
Gegen 18:30 schauen wir nochmal beim Hotelcafé vorbei. Geöffnet ist es eigentlich nicht, aber die Besitzer sind dort – ebenso ein weiteres Paar aus dem Hotel. Die beiden wurden bereits in einer anderen Unterkunft untergebracht, warum genau wissen wir allerdings nicht.
Im Gespräch stellt sich heraus, dass die Hotelbesitzer eine Softwarefirma betreiben – ein eher unerwarteter Hintergrund. Trotz der chaotischen Situation kümmern sie sich wirklich gut um die Gäste und geben uns Abendessen und Getränke aufs Haus.
Nach etwa anderthalb Stunden gehen wir zurück aufs Zimmer und beginnen, unsere Weiterreise für morgen neu zu planen.

Mittlerweile merkt man allerdings deutlich, dass uns die gesamte Situation belastet. Dauerregen, Stromprobleme, kein Wasser und keine klare Aussicht auf Besserung – irgendwann kippt die Stimmung einfach. Gegen 20:45 steht für uns eigentlich fest, dass wir keine Lust mehr auf zwei weitere Nächte unter diesen Bedingungen haben.
Um 21:30 legen wir uns schlafen – in der Hoffnung, dass der nächste Tag wieder etwas normaler wird.